Pradnya Bivalkar

Pradnya Bivalkar ist Indien-Expertin und verantwortet das indische Medienbotschafter-Programm an der Universität Tübingen seit Januar 2017. Davor hat sie das Programm an der HAW Hamburg zwischen 2015 und 2016 verantwortet und aufgebaut. Nach ihrem Studienabschluss im Bereich Wirtschaft und einem Master-Studium in Germanistik an der University of Pune, hat Frau Bivalkar fünf Jahre in Tübingen verbracht.  Von Mai 2009 bis Ende 2011 war sie Stipendiatin des Projekts „Wertewelten" an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Anschluss daran erhielt sie von Januar 2012 bis Dezember 2014 ein Promotionsstipendium von der Konrad Adenauer Stiftung. In ihrer Doktorarbeit erforscht Bivalkar die Indienbilder der gegenwärtigen Literatur und Medien am Beispiel von ausgewählten Werken (von V. S. Naipaul, Günter Grass, Ilija Trojanow, Mira Nair und Ashutosh Gowarikar) und das Phänomen transkultureller Identitäten.

 

 

 

Vortragsbeschreibung

 

Indien ist ein Land der Extreme, ein Land, in dem polare Extreme wie Reichtum und Armut, Hunger und Überfluss, Liberalismus und Konservativismus gleichzeitig stimmen. Die indische Gesellschaft verkörpert Offenheit, Aufgeschlossenheit, gleichzeitig aber auch Tradition, konservative Werte und Moral-Vorstellungen. Die sogenannten „westlichen“ Vorstellungen, die dank der Globalisierung in Indien bekannter geworden sind, wie Gleichberechtigung der Frauen, Gleichberechtigung von Minderheiten jeder Art sind auf der einen Seite die Werte, um die mittlerweile überall gekämpft wird. Auf der anderen Seite findet in vielen Teilen der Gesellschaft eine Rückkehr zu der sogenannten Tradition und zu konservativen Werte statt. Viele rechtsextreme Gruppen und politische Parteien kämpfen um die Aufrechthaltung der sogenannten traditionellen Vorstellungen wie unverheiratete Frauen seien zu sehr westlich geprägt, hätten fragwürdige Persönlichkeiten und einen schlechten Charakter, seien ein hohes Risiko für die Gesellschaft; sie kämpfen gegen interreligiöse Ehen sowie Ehen zwischen Menschen aus zwei unterschiedlichen Kasten – dieser Konflikt zwischen Liberalität bzw. Aufgeschlossenheit und Konservativismus prägt den indischen Alltag sehr. In diesem Vortrag geht es um eine Auseinandersetzung mit diesem alltäglichen Konflikt in Indien am Beispiel von ausgewählten Filmen wie „Bachelor Girls“ – zwischen Kulturen, zwischen Kasten, zwischen Geschlechtern, zwischen Armut und Reichtum.