And the German Star
of India 2017 goes to...


BESTER SPIELFILM
Loktak Lairembee - Haobam Paban Kumar

Der große Gewinner des Festivals heißt 'Loktak Lairembee - Lady of the Lake' von Haobam Paban Kumar. Der mit 4.000 Euro dotierte German Star of India, der vom Hauptsponsor des Festivals, Honorarkonsul Andreas Lapp, gestiftet wird, wirft nach Auffassung der Jury "einen unerschrockenen Blick auf die Konvention des Kinos" und erzähle gleichzeitig eine Geschichte, die mit unserer Zeit in Einklang steht.

Kumars Spielfilmdebüt wurde ausschließlich mit Laiendarstellern aus dem Gebiet um den Loktak-See im Norden Indiens gedreht. In diesem landschaftlichen Paradies trifft extreme Schönheit auf extreme Gewalt. Es herrscht das Recht des Stärkeren. "Das Filmemacherteam begibt sich auf subtile, poetische, ja hypnotisierende Weise in eine Welt zwischen Traum und Realität, wo Themen wie Vertreibung, Menschenrechte und Konflikte in unserer Heimat, unserer Erde und unserer Umwelt aufkommen, die in diesem Film mit großer Integrität und Ehrlichkeit gezeigt werden", begründen die Jury ihre Entscheidung.


Regisseur Haobam Paban Kumar besitzt ein Diplom in Regie und Drehbuchschreiben, das er am Satyajit Ray Film and Television Institute Kolkata erworben hat. Ins Rampenlicht trat er mit seinem Film ‚AFSPA, 1958' (2006), mit dem er den International Jury and FIPRESCI Award beim neunten Mumbai International Film Festival 2006 gewann. Auch viele seiner weiteren Filme - etwa ‚A Cry in the Dark' (2006), ‚The First Leap' (2008), ‚Mr India' (2009), ‚Ruptured Spring' (2012) - wurden mit Preisen ausgezeichnet. 

 


BESTE DOKUMENTATION
The Cinema Travellers - Shirley Abraham und Amit Madheshiya

Die Dokumentation ‚The Cinema Travellers’ von Shirley Abraham und Amit Madheshiya überzeugte die Jury. Die beiden Regisseure des mit 1.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreises beschreiben “auf wunderschöne Art und Weise die universelle Anziehungskraft des Kinos – und wie sich dort die Digitalisierung langsam durchsetzt, was für manche ein ziemlich schmerzhafter Prozess ist",urteilt die Jury.


Gedreht im Herzen des ländlichen Indiens, zeige der Film, wie sehr das Kino die Bevölkerung in den ländlichen Regionen fasziniere und wie die bewegten Bilder alle in ihren Bann ziehen. Der Filmprojektor selbst erscheine mehr und mehr wie ein lebendiges Wesen und der Zuschauer entwickelt Empathie mit diesem aussterbenden Gewerbe des reisenden Kinos. Glücklicherweise sei der Film nicht nostalgieüberladen, denn er zeige auch, dass der Kauf eines digitalen Projektors den reisenden Kinoleuten neue Hoffnung gibt, ihr Geschäft weiter betreiben zu können. “Der Film greift mit der fortschreitenden Digitalisierung ein universell debattiertes Thema auf, das langsam viele Aspekte unserer Gesellschaft verändert – manche zum Guten, manche zu Schlechten – und uns zurücklässt mit der Erinnerung an die Zeiten, die vergangen sind", so die Jury weiter. 

 


BESTER KURZFILM
Azaad - Rahul V. Chittella

Der mit 1.000 Euro dotierte Kurzfilmpreis geht an ‚Azaad’ von Rahul V. Chittella. Der Film stärkt den unerschrockenen und mutigen Journalisten den Rücken. 'Azaad' ist ein "gekonnt ausgeführter Kurzfilm, der zeigt, welchen Herausforderungen sich eine Familie der Mittelschicht in Indien zu stellen hat.


Er erzählt auf überzeugende Weise die Geschichte einer Vater-Sohn- Beziehung und beschäftigt sich damit, wie kostspielig der Besuch privater Bildungseinrichtungen ist und wie schwierig sich der Kampf um die journalistische Meinungsfreiheit gestaltet", lautet die einstimmige Meinung der Jury. Der Film beeindrucke durch seine starke und nuancierte Erzählstruktur, die auf erfrischende Weise das Private und das Politische miteinander verknüpfe. Die Geschichte verleihe einer Realität eine Stimme, "die derzeit eine hohe Relevanz in der aktuellen sozio-politischen Landschaft Indiens besitzt", hebt die Jury hervor. 

 

LOBENDE ERWÄHNUNG

Camera Threat - Bernd Lützeler

Eine Lobende Erwähnung erhielt Bernd LützlersCamera Threat’. Diese Dokumentation sei ein spielerischer Dialog zwischen analogem und digitalem Filmmaterial, Schauspielern und Regisseur auf einer Besetzungscouch. Der Film sei schrullig, scharfsinnig und originell. 

 


PUBLIKUMSPREIS
Mukti Bhawan - Hotel Salvation - Shubhashish Bhutiani

Der vom Münchner Bollywood-TV-Sender 'Zee.One' gestiftete Audience Award, mit 1.000 Euro dotiert, wird vom Publikum aus allen auf dem Festival gezeigten Filmen gewählt. Publikumsliebling war 'Mukti Bhawan - Hotel Salvation' von Shubhashish Bhutiani. 




DIRECTOR'S VISION AWARD
A Billion Colour StoryPadmakumar Narasimhamurthy

Der Director's Vision Award geht an 'A Billion Colour Story' von Padmakumar Narasimhamurthy, der sich gegen Intoleranz und Vorurteile einsetzt. Der Directors Vision Award richtet sich an Regisseure, die in ihrem Filmbeitrag ambitioniert den Blick auf einen kulturellen, sozialen oder gesellschaftlichen Missstand richten.